Land der Ideen

„Der Weihnachtsmann ist sehr stolz auf mich“

München, den 06. Juli 2016 - Gesellschaft macht Schule, SprachBewegung e.V. sowie Schülerinnen und Schüler der Mittelschule an der Wiesentfelser Straße feierten am Mittwoch, den 6. Juli, in der Pasinger Fabrik ihren Schuljahresabschluss. Im Mittelpunkt standen Lesungen, ein selbst gedrehter Film und eine Tanzaufführung, mit denen die Schüler stolz ihre Arbeiten im Rahmen der beiden Projekte „Berufsorientierung BEO+“ und „Schauspiel & Kreatives Schreiben“ präsentierten.

Die Gäste lauschten gespannt den selbst geschriebenen Geschichten, die die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6g am Abend des 6. Juli in der Pasinger Fabrik vortrugen. Entstanden waren sie in dem Projekt „Schauspiel & Kreatives Schreiben“ in Kooperation mit SprachBewegung e.V. im Schuljahr 2015/16. Utku las aus seinem Werk „Das ultimativmegakrasse Weihnachtsgeschenk“ und schwärmte: „Ich liebe Weihnachten... Ich würde gerne Weihnachten feiern, obwohl ich Moslem bin“. Utkus Wunsch wurde erfüllt, er feiert „selbst Weihnachten“, weil seine „Eltern nicht Weihnachten feiern“. Der Weihnachtsmann lädt ihn sogar an den Nordpol in seine Fabrik ein und beschenkt ihn mit einem neuen Fahrrad: „Er sagte, dass ich sehr brav und sehr fleißig bin. … Der Weihnachtsmann ist sehr stolz auf mich“. Utku schickt seinen Eltern einen Brief und beteuert: „Macht euch keine Sorgen“.

NL Auf-Ins-Theater_006 Pasinger Utku Web (mit FG)

An die Eltern wandte sich auch Maya Nienhaus, Schulsozialarbeiterin an der Wiesenfelser Straße, im Zusammenhang mit dem Projekt „BEO+“, Berufsorientierung für Mittelschülerinnen und Mittelschüler: „Bleiben Sie dran, begleiten Sie ihre Kinder, lassen Sie sie an Ihren Erfahrungen teilhaben“. Zuvor hatten Nicola Keim, Vorsitzende des Stiftungsrats von Gesellschaft macht Schule, deren Geschäftsführerin Sandra Mittag sowie Elsbeth Zeitler, Rektorin der Mittelschule an der Wiesenfelser Straße, die zahlreichen Gäste begrüßt – mit türkischer Übersetzung durch Hülya Kücükboyaci, damit die vielen Eltern, die anwesend waren, gut folgen konnten.

Für das Projekt BEO+ unterhielten sich Ntube und Annemarie aus der Klasse 8g über ihre Zukunft. Laut Markus König, Schulsozialarbeiter und Kursleiter, war diese Unterhaltung aus unzähligen Antworten zusammengesetzt. Die beiden Schülerinnen hatten zuvor die Soundbites in einem Interview von vielen Klassenkameraden zusammengetragen. Ein rundes und stimmiges Ergebnis eines unterhaltsamen Gesprächs, das beide souverän auf der Bühne vortrugen, eine große Leistung, die interessante Einblicke in die Vorstellungswelt der Schüler im Übergang zwischen Schule und Beruf zuließ. So hat Ntube große Pläne, will sie doch einmal Medizin studieren – zumal viele ihrer Verwandten bereits im Gesundheitsbereich arbeiten: „Wir könnten alle zusammen ein eigenes Krankenhaus aufmachen“. Anschließend stellten Ntube und Annemarie Claudia Schmoll von Gesellschaft macht Schule, Elsbeth Zeitler, Maya Nienhaus und Patrycja Marek, Elternlotsin von BEOg, erhellende Fragen zum Berufsorientierungsprojekt BEO+.

NL Auf-Ins-Theater_061 Pasinger Ntube Web (mit FG)

Felicitas Ehret und Markus König umrissen die Entstehung eines Kurzfilms, der im Rahmen von „BEOlino“ in der 7g entstanden ist und im Anschluss gezeigt wurde. In dem Kurzfilm stellen die Schüler dar, wie sie sich gute und schlechte Lehrer vorstellen. Da ließ sich das eine oder andere Schmunzeln in den Gesichtern des Publikums erkennen.

Im Rahmen der Lesung im Projekt „Schauspiel & Kreatives Schreiben“ las Sladjana aus ihrer „freien Geschichte“ mit dem Titel „Das große Geschenk“. In ihr schenkt Soraya ihrem Freund Leo ein selbst verdientes Motorrad – eine Liebesgeschichte, bei der beide „glücklich bis an ihr Lebensende“ leben. In Deborahs Geschichte geht es um Liebe, Eifersucht und Versöhnung in der Dreiecksbeziehung zwischen Mila, ihrem „alles geliebten Schwarm“ Kevin und ihrer Freundin namens Lilli. Und Annas Geschichte mit dem Titel „Mein Idol Shirin“ handelt von einer YouTuberin, mit der die Protagonistin einen „wundervollen Tag“ verbringen darf, der sie „verdammt glücklich“ macht.

Der längere Filmbeitrag, der im Kurs „Schauspiel & Kreatives Schreiben“ in Kooperation mit dem Verein SprachBewegung entstanden ist, handelt von der Rivalität zwischen zwei Gruppen von Schülerinnen: die „Ghetto-Mädels-Tanzgruppe“ und die „Türkische Tanzgruppe“. Die Idee, gemeinsam an einem Wettbewerb teilzunehmen, bringt beide Tanzgruppen schließlich zusammen. „Die Jungs“ hatten die Rivalinnen auf einen Aushang aufmerksam gemacht, auf dem Gesellschaft macht Schule dazu aufrief, ein Tanzvideo einzuschicken, um „groß rauszukommen“. Als eines Tages in der Turnhalle der Lehrer spurlos verschwindet, nutzen die Schüler die Gunst der Stunde und nehmen das Video auf und reichen es ein. Es kommt, wie es kommen muss: Das Video gewinnt!

Womit der Film auf seinen Höhepunkt zusteuerte – und mit ihm der ganze Abend: ein Tanzauftritt, an dem die Schüler als Teil des gewonnen Preises teilnehmen dürfen. Sie schminken sich, werfen sich in Schale und – die 19 Filmschauspieler betreten live die Bühne in der Pasinger Fabrik, gleichsam der Leinwand entstiegen, um so authentisch und sympathisch wie in ihrem Film voller Begeisterung und Hingabe ihren Tanz aufzuführen. Das ganze Publikum jubelte und klatschte frenetischen Beifall.

NL Auf-Ins-Theater_029 Pasinger Tanz NL (mit FG)

Im Publikum befanden sich auch einige Kooperations- und Förderpartner der Stiftung Gesellschaft macht Schule aus den beiden Projekten wie die Stiftung Kick ins Leben, die Agentur für Arbeit München, die Castringius Kinder & Jugend Stiftung München, das Schneider Bräuhaus und andere mehr.

Mit dem Get-together im Lichthof fand das Event in der Pasinger Fabrik seinen Abschluss.

Ein gelungener Schuljahresabschluss, den Gesellschaft macht Schule in Zukunft gerne wiederholen möchte. Ein herzliches Dankeschön an die Schülerinnen und Schüler sowie an alle Mitwirkenden, die zu dem Erfolg des Abends beigetragen haben!

go
Wed Jul 06 01:00:00 CEST 2016

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